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Kein Zentrum für den Drogenhandel
Julius-Stursberg-Gymnasium Neukirchen-Vluyn wehrt sich gegen die Darstellung in Projektarbeit
NEUKIRCHEN-VLUYN (RP). Einen Aufschrei unter Lehrern, Eltern und Schülern des Julius-Stursberg-Gymnasiums habe es nach der
Veröffentlichung der Projektarbeit "Jugendkriminalit in Neukirchen- Vluyn" von Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung gegeben, berichtete gestern Schulleiter Siegfried Reimers.
Die RP hat am Mittwoch unter dem Titel "Tatort Schule: Gewalt und
Handel mit Drogen" von der Präsentation der Projektarbeit im Rathaus berichtet. Unter anderem hatten die angehenden Polizeibeamten erläutert, dass alle am Stursberg-
Gymnasium befragten Lehrer angegeben hätten, sie wüssten nichts vom Handel mit Drogen innerhalb der Schule.
73 Prozent der befragten Schüler dagegen hätten gesagt, dass am Gymnasium mit
Drogen gehandelt werde. "Dadurch wird zu Unrecht der Anschein erweckt, als sei das Julius-Stursberg-Gymnasium ein Zentrum für den Drogenhandel", sagte Reimers. Die
Studenten hätten sicherlich gutwillig gearbeitet. Es sei aber einiges falsch rüber gekommen.
So seien lediglich 70 Schüler der Jahrgangsstufe 11 befragt worden. Davon hätten rund
70 Prozent, also etwa 50 Schüler (das Stursberg-Gymnasium besuchen 1000 Schüler) die Frage nach dem Drogenhandel bejaht. "Wir wollen auf keinen Fall behaupten, dass
bei uns keine Drogen konsumiert werden. Die Schule, an der das nicht passiert, gibt es nicht. Aber die so hingestellten Daten ergeben ein völlig falsches Bild", betonte der Schulleiter.
Auch, wenn Lehrer angegeben hätten, dass sie Gewalt unter Schülern festgestellt
hätten, beweise dies nur, dass die Pädagogen nicht wegschauen würden. Im übrigen sei die Befragung der Lehrer dem Zufall unterworfen gewesen. Befragt worden seien nur die
Lehrer, die zufällig an jenem Tag im Lehrerzimmer anwesend gewesen seien.
Am Stursberg-Gymnasium werde viel gegen Drogenkonsum und Gewalt unternommen -
unter anderem Coolnesstraining für Jungen, Mädchenselbstbehauptung, Drogenprophy- laxe im Politikunterricht und im Elternseminar, Lehrerfortbildung (unter anderem Lions-
Quest) sowie Theateraufführungen zu den Themen Drogen, Gewalt, Aids und Konflikt- bewältigung.
Von ULRICH JOPPICH
(Quelle: RP-Online)
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